Chronik

Unser Ursprung

Verwundert werden sich manche fragen: Wie kann ein Verein, der erst im Jahre 1863 gegründet wurde, bereits im Jahre 2008, also nach 145 Jahren, auf 197 Jahre zurückblicken? Diese berechtigte Frage ist jedoch leicht zu beantworten. Die Gründung des Musikvereins Untermünstertal als Träger der heutigen Trachtenkapelle Münstertal erfolgte zwar erst am 19.Juli 1863, jedoch bestand bereits lange vorher eine nicht als Verein geführte Musikkapelle, die in der Zeit des damaligen Münstertäler Bergbaus entstanden war und seinerzeit sowohl von den Knappenschaften als auch vom Kloster St. Trudpert unterhalten wurde.

Geschichtlicher Überblick über die Trachtenkapelle

Die Trachtenkapelle Münstertal im Südschwarzwald ist eine der ältesten Vereine der Gemeinde und gilt als die Nachfolgerin einer bereits im 18. Jahrhundert vorhanden gewesenen Bergwerkskapelle. Bereits im Jahre 1028, also seit rund 1.000 Jahren, ist der Bergbau im Münstertal urkundlich erwähnt. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die früheren Eigentümer der Münstertäler Bergwerke auch eigene Bergmannskapellen unterhielten. Diese früheren Bergwerkskapellen wurden sowohl von den Knappschaften als auch vom Kloster St. Trudpert unterhalten und gefördert. Der urkundliche Nachweis über das Bestehen einer Musikkapelle gelingt jedoch erst für das Jahr 1811. Mit der Auflösung des Benediktinerklosters St. Trudpert im Jahre 1806 und der Stilllegung des Bergbaus im Jahre 1861 löste sich auch die Bergwerkskapelle auf.

Für das Fortbestehen einer Blaskapelle sorgten jedoch 4 ehemalige Knappschaftsmusiker, nämlich Erasmus Burgert, Sebastian Gutmann, Anton Geiger und Joseph Geiger, denen sich noch 3 andere junge Musikanten (darunter der spätere erste Vereinsvorsitzende Felizian Walter) anschlossen, und damit die Tradition der Blasmusik fortsetzten und in der folgenden Zeit eine neue Musikkapelle bildeten. Offentsichtlich fanden diese sieben Musikanten in den folgenden zwei Jahren bei der Bevölkerung guten Anklang und Zulauf, denn bereits mit Schreiben vom 30. Juni 1863 wurde dem Großherzoglichen Bezirksamt in Staufen berichtet:

Die Musik in Untermünstertal besteht aus 17 Mitgliedern, dieselbe sollte durch junge Mitglieder vergrößert werden, es haben sich deshalb mehrere junge Leute entschlossen, die Musik zu erlernen, weswegen wir uns entschlossen haben, einen Musikverein nach den anliegenden Satzungen zu bilden.

Was schliesslich dazu führte, dass am 19. Juli 1863 der “Musikverein 1863 Untermünstertal” gegründet wurde, als Vorgängerin der heutigen “Trachtenkapelle Münstertal e.V.”. Zu den Initiatoren der Vereinsgründung zählten insbesondere Erasmus Burgert, Anton, Johann und Joseph Geiger, Crispin Ruh, Johann Wiesler und Felizian Walter. Bei der Gründung bestand die Musikkapelle aus 16 aktiven und 17 “nichtmitwirkenden” (passiven) Mitgliedern. Zum “Präsidenten” des neu gegründeten Vereins wurde Felizian Walter gewählt, während Stephan Ruh das Amt des “Kapellmeisters” übernahm.

Die Trachtenkapelle konnte daher im Juli 1986 ihr 175- jähriges Jubiläum feiern und kann in wenigen Jahren auf ihr 200- jähriges Bestehen zurückblicken.
Heute besteht die Trachtenkapelle aus etwa 50 aktiven Musikantinnen und Musikanten sowie über 40 Auszubildenden. Die Kapelle hat jährlich um die 30 Auftritte zu bewältigen und zwar nicht nur im Münstertal und der weiteren Umgebung, sondern auch weit darüber hinaus und im benachbarten Ausland. Auch das kulturelle Leben innerhalb der Gemeinde Münstertal wird von der Trachtenkapelle wesentlich mitgestaltet. So spielt man in der Sommersaison u.a. mehrere Kurkonzerte und beteiligt sich an kirchlichen und weltlichen Festen.

Trachtenkapelle Münstertal

Trachtenkapelle Münstertal